{"id":513,"date":"2020-01-19T18:27:16","date_gmt":"2020-01-19T18:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kleinheringen.de\/?page_id=513"},"modified":"2024-07-05T09:17:54","modified_gmt":"2024-07-05T09:17:54","slug":"ortsname","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kleinheringen.de\/?page_id=513","title":{"rendered":"Zum Ortsnamen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie entstanden die Ortsnamen Klein- und Gro\u00dfheringen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-814b94aa298a3a2bb4e2fd2cb9873108\">Sieht man sich die Wetterfahne auf dem Kirchturme von Gro\u00dfheringen genauer an, so findet man in ihr einen Fisch angebracht. Wenn man gar ein amtliches Schreiben von der Gemeindeverwaltung [Gro\u00dfheringen] erh\u00e4lt, so kann man im Gemeindesiegel neben der &#8222;G\u00f6ttin der Gerechtigkeit&#8220; mit dem Schwert und Waage auch zwei Fische feststellen. Der oberfl\u00e4chliche Beschauer f\u00fchrt diese beiden Tatsachen sicher auf den Namen der Orte und diesen wieder auf den Fisch- oder gar Heringsreichtum der Saale und Ilm zur\u00fcck. Der Hering ist aber nun auch fr\u00fcher niemals ein Flussfisch gewesen, und der Fischreichtum beider Gew\u00e4sser liegt auch nicht \u00fcber dem Normalen anderer Fl\u00fcsse.<br>Dass die Fischzeichen in Wetterfahne und Siegel vom Ortsnamen abgeleitet sind, unterliegt keinem Zweifel, denn die Orte haben schon vor Wetterfahne und Siegel bestanden. Dass der Name also nichts mit dem Hering zu tun hat, soll ein kleiner R\u00fcckblick in die Vergangenheit erweisen.<br>Seit der gro\u00dfen V\u00f6lkerwanderung im 4. Jahrhundert, sa\u00dfen von Osten her bis zur Elbe und Saale die heidnischen Wenden. Sie waren durch ihre Rassenverwandtschaft die nat\u00fcrlichen Verb\u00fcndeten der Magyaren (Ungarn). Heinrich, der sogenannte St\u00e4dtebauer, hat gegen sie mit allen Mitteln gek\u00e4mpft, um die germanischen Lande von ihrem Weitervordringen zu sch\u00fctzen. Nicht weit von hier, in der N\u00e4he von Artern (damals Riade genannt), kam es 933 zu einer entscheidenden Schlacht. In diesen Zeiten bildete die Saale auch in der N\u00e4he von Gro\u00dfheringen die Grenze zwischen Slaven und Germanen. Von letzteren wurden zur Grenzbefestigung vor allem an den f\u00fcr Furten geeignete Stellen der Saale Feldwachen angelegt. Solch eine gr\u00f6\u00dfere Feldwache, schon mehr ein Feldlager, befand sich an der Saalefurt da, wo jetzt Gro\u00dfheringen liegt, westlich der Saale, und eine kleinere Feldwache, mehr ein Vorposten, war \u00fcber die Saale nach Osten vorgeschoben in die Gegend, wo jetzt Kleinheringen liegt.<br>Aus diesen beiden Befestigungen entstanden auch nach und nach Siedlungen; denn hier gingen ja auch die Hauptverkehrswege von Westen nach Osten und umgekehrt vorbei. Die Feldwache Kleinheringen ist sp\u00e4ter sich von den Wenden wieder in Besitz genommen und eine wendische Siedlung geworden. Die heutige Dorfanlage zeigt noch ganz deutlich den typisch hufeisenf\u00f6rmigen nur nach Osten ge\u00f6ffneten wendischen Baustil (Rundling), den wir bei allen wendischen Siedlungen wiederfinden. Gro\u00dfheringen dagegen ist ein ausgesprochenes Stra\u00dfendorf, das hei\u00dft, seine H\u00e4user liegen links und rechts der Stra\u00dfe entlang.<br>Wie kamen die beiden Orte nun zu ihrem Namen? Die vorgenannten Feldlager oder Feldwachen hie\u00dfen in damaliger Zeit &#8222;Harung&#8220;. So war bei Gro\u00dfheringen das gro\u00dfe Harung und bei Kleinheringen das kleine Harung. In dem Worte Harung liegt die Bedeutung des Gesch\u00fctztseins. Wir finden den gleichen Stamm in der Bezeichnung der Schutzkleidung des Ritters, dem Harnisch wieder. Auch im Worte &#8222;Haar&#8220; finden wir die Wortverwandtschaft. Eine Abwandlung des Wortes ist &#8222;Heer&#8220;. (Der Fisch Hering hat seinen Namen daher, weil er in Heeren &#8211; Schw\u00e4rmen &#8211; auftritt.) In alten Schreibweisen findet man f\u00fcr Gro\u00dfheringen die Bezeichnung Gro\u00df-H\u00e4ringen, hier wandelt sich also das a zum \u00e4, bis man sp\u00e4ter aus dem \u00e4 ee machte. Vor ungef\u00e4hr 50 Jahren schrieb man noch Gro\u00dfheeringen, dann setzte sich die heutige Schreibweise durch. Was hier von Gro\u00dfheringen gesagt ist, trifft fast immer auch auf Kleinheringen zu.<br>Ja, das ist alles gut und sch\u00f6n; doch wie kam man nun zu den Fischzeichen in Wetterfahne und Siegel? Doch nur so, dass im 19.Jahrhundert die Gemeinden bei der Anschaffung eines Siegels versuchten, ihre Ortsnamen recht sinnf\u00e4llig zu machen. Ein damaliger Gemeinderat von Gro\u00dfheringen machte sich die Sache leicht und glaubte beim Namen seines Dorfes eben an einen Hering. Der Kunstschmied der Wetterfahne (1891) glaubte wieder, er m\u00fcsse &#8222;der Ordnung halber&#8220; das Zeichen des Siegels in die Wetterfahne bringen. Wenn uns also anf\u00e4nglich diese beiden Zeichen ein R\u00e4tsel aufgaben, so d\u00fcrfte uns nun ihr Vorhandensein klar sein. Bei dieser kleinen Betrachtung kommen wir aber auch zu der Erkenntnis, dass Gro\u00df- und Kleinheringen doch sehr alte Ortschaften sind, dass beide berechtigt sind, auf eine tausendj\u00e4hrige geschichtliche Vergangenheit zur\u00fcckblicken. Vielleicht bietet sich sp\u00e4ter die Gelegenheit, einmal wieder einen Abstecher in die Vorgeschichte unserer Gegend zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3d7e16d97a63aae1b270f4f7c63c17af\">Quelle: Amtsblatt der Stadt Bad Sulza Nr. 04\/08, Rubrik Gemeinde Gro\u00dfheringen, vom 10. April 2008<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie entstanden die Ortsnamen Klein- und Gro\u00dfheringen? 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